Kinder- und Jugendbuch ARD-Morgenmagazin

Toll! Textpiratin Stefanie Boor in der ARD!

Textpiraten in der ARD: Stefanie Boor im MoMa Service zu Literaturpädagogik und aktuellen Kinder- und Jugendbüchern, 26.11.2018

Hier noch einmal alle vier Live-Gespräche vom heutigen, sehr frühen Morgen! Hat mich sehr gefreut, meine Arbeit als Literaturopädagogin und eine kleine Auswahl an aktuellen Kinder- und Jugendbüchern heute morgen im ARD MoMa vorzustellen. DIe Zeit reichte nicht für alles, aber es gibt ja noch eine bunte Titelliste mit Anregungen zum (Vor)Lesen. Bleiben Sie neugierig!

Gepostet von Textpiraten am Montag, 26. November 2018

Das richtige Kinder- und Jugendbuch
Lesen kann neue Welten eröffnen, es ist spannend, fördert das Denken, Sprechen und Schreiben und regt die Kreativität und Fantasie an. Kurz: Lesen ist gut! Sofern die richtige Lektüre ausgewählt wird.

Quelle Text: https://www.daserste.de/information/politik-weltgeschehen/morgenmagazin/videos/service_das_richtige_kinder_und_jugendbuch_-100.html

Vorlesegenuss für die ganze Familie?

Eltern und Großeltern, die Vorlese-Romane für Sechs- bis Achtjährige suchen, stoßen meist auf altbekannte Titel. Wo sind neue Geschichten, die Figuren mit Identifikationspotenzial und emotionaler Nähe bieten? Starke Hauptcharaktere, an die sich Kinder binden? Bücher, die nicht nach wenigen Seiten und wegen großer Buchstaben schnell ausgelesen sind? Mit denen Kinder – aber auch Vorlesende – spannende, vielschichtige und lustige Abenteuer erleben? Warum bieten Verlage (momentan) wenig Anspruchsvolles für Kinder ab sechs Jahren?

Diesem Thema widmet Anne Böhme, Journalistin und Kinderbuchautorin, einen Beitrag. Jüngst in der Stuttgarter Zeitung unter dem Titel Warum gute Vorlesebücher selten sind – Verlage bieten nur Lektüre-Häppchen erschienen.

Die Fachzeitschrift Eselsohr verweist auf den Artikel von Böhme und beklagt die Schnelllebigkeit des Kinder- und Jugendbuchmarktes. Verlage würden zu viel in zu kurzer Zeit erwarten. Bis ein Buch besprochen und vorgestellt, von Büchereien eingekauft und von Eltern entdeckt wurde, ist es oftmals schon aus dem Handel verschwunden. Eselsohr fragt auf Facebook: Warum mag der Kinder- und Jugendbuchmarkt so ungeduldig sein und so schnell aufgeben?

Als Beispiel für eine positive Entwicklung sehe ich die Sparte Vorlesebücher bei dtv junior. Die Bezeichnung Kinderbücher zum Vorlesen bietet Eltern und Großeltern eine hilfreiche Orientierung im Bücherdschungel. Die neuen dtv-Vorlese-Romane ermöglichen es, in Lesewelten einzutauchen und dort zu verweilen. Damit vermitteln sie Kindern auch das Gefühl von Familienzeit und Gemütlichkeit. Es scheint, als habe der Verlag die Bedürfnisse der Käufer*innen im Blick.


Vorlesestudie 2018
Regelmäßiges Vorlesen erleichtert Grundschülern das Lesenlernen
Vorlesen: Uneinholbares Startkapital

Rund 78 Prozent der Kinder, denen mehrmals in der Woche oder täglich vorgelesen wurde, fällt das Lesenlernen leicht. Bei den anderen ist das laut ihren Eltern deutlich seltener der Fall (50 Prozent). Fragt man die Kinder selbst, ist sogar mehr als die Hälfte der Grundschüler mit wenig Vorleseerfahrung frustriert, weil das Lesenlernen ihnen zu lange dauert (52 Prozent), gegenüber nur 28 Prozent derjenigen, denen regelmäßig vorgelesen wurde.

Gefragt wurden die Kinder auch, welche außerunterrichtlichen Angebote zur Leseförderung sie an ihren Schulen kennen. Bundesweit konnte fast jeder vierte Grundschüler (23 Prozent) kein entsprechendes Merkmal nennen – also weder Büchereien oder Regale, wo man Bücher leihen kann, noch Leseecken oder Buch-AGs.

Auf die Frage, was ihnen in der Schule Spaß macht, nennen 57 Prozent der Kinder das Lesen. Noch öfter genannt werden praktische Inhalte wie Natur/Umwelt (77 Prozent) und Forschen/Experimentieren (67 Prozent) oder Malen/Basteln und Sport/Bewegung (jeweils 61 Prozent).

Quelle Text und weitere Informationen: https://www.stiftunglesen.de/forschung/forschungsprojekte/vorlesestudie

Bundesweiter VorlesetagAm 16.11.2018 findet der 15. Bundesweite Vorlesetag statt.

Gesundheit braucht Bildung

Was hat Lesekompetenz mit Gesundheit zu tun?
Mehr als manch einer denkt.
Eine Kurzformel könnte lauten „Gebildete Eltern = gesündere Kinder“.

Für den aktuellen Kinder- und Jugendreport wertete die Krankenkasse DAK-Gesundheit Versichertendaten von fast 600.000 Kindern und 430.000 Eltern aus. Die Autor*innen kommen zu dem Ergebnis, dass die Bildung der Eltern unmittelbare Auswirkungen auf die Gesundheit ihrer Kinder hat.

„Wenn das Elternhaus krank macht, hängt die Diagnose der Kinder oft mit dem Lebensstil von Mutter oder Vater zusammen“, sagt Andreas Storm, Vorstandschef der DAK-Gesundheit. „Die gesundheitliche Ungleichheit zwischen den Familien ist größer als gedacht. Es gibt nachweislich erhöhte Risiken für benachteiligte Kinder.“

Vor allem Karies, Übergewicht und Sprachstörungen seien Diagnosen, die auf enge Zusammenhänge zwischen Elternhaus und Kindergesundheit schließen lassen.

Zusammenhang Elternhaus und Kindergesundheit

Laut DAK-Report sind Kinder von Eltern ohne Ausbildungsabschluss im Alter zwischen fünf und neun Jahren bis zu 2,5-mal häufiger von Fettleibigkeit betroffen als Kinder von Akademikereltern. Von 1.000 Kindern bildungsarmer Eltern haben 52 ein krankhaftes Übergewicht – bei Akademikerkindern sind es nur 15 Jungen und Mädchen von 1.000.
Grafik: © DAK-Gesundheit

Laut Studie kommt Zahnkaries in bildungsarmen Familien 2,8-mal häufiger vor als in bildungsnahen Familien. Bei Entwicklungsstörungen wie Sprach- und Sprechproblemen sind 45 Prozent häufiger betroffen. Ein ähnliches Bild zeigt sich bei Verhaltensstörungen wie der Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Störung (ADHS) mit einem Unterschied von 44 Prozent.

Kinder bildungsarmer Eltern verbringen mehr Zeit in Krankenhäusern und bekommen mehr Arzneimittel verschrieben als Kinder von Eltern mit hohem Bildungsabschluss.

„Im direkten Vergleich haben die Bildungseinflüsse der Familie deutlich größere Auswirkungen auf die Kindergesundheit als zum Beispiel Einkommensunterschiede.“

Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte bestätigt einen großen Teil der Ergebnisse. „Wir erleben die unselige Allianz zwischen Bildungsarmut und Krankheitslast täglich in unseren Praxen“, sagt Präsident Dr. Thomas Fischbach. „Die Studie der DAK-Gesundheit ist in der aktuellen politischen Diskussion sehr wichtig und hilfreich. Wir brauchen einen ganzheitlichen Ansatz, damit die Gesundheit der Kinder und Jugendlichen geschützt wird. […]“

Weitere Informationen unter DAK-Studie: Wenn das Elternhaus krank macht.