Auẞenseiterliebe: Das Eszett

Das EszettSeit der Grundschule ist das ß mein Lieblingsbuchstabe. Eine Ligatur, die in meinen Kindertagen häufiger zu sehen war als heute. Leider wurde dieses Unikum in den 90ern hier und da durch schnöde Doppel-S ersetzt. Schade.
Das scharfe S, das Buckel-S, das ewig kleine Eszett symbolisiert für mich nicht nur den Außenseiter, das Unangepasste, sondern oft auch das kecke Kind.
Immerhin: Seit Juni diesen Jahres darf es ganz offiziell mit den Großen spielen. Es hat eine große Schwester bekommen. ẞ.
Oder ist es ein Bruder?
Ein Elternteil ist es auf keinen Fall.
Ich hoffe, dass die verbliebenen Wörter mit ß unter Raritätenschutz gestellt werden. Denn eines sagt mir der Buchstabe noch: Niemand muss vorne oder auf dem ersten Platz stehen, um wichtig zu sein. ß ist ein Teamplayer und die Wörter, die es schmückt, sind etwas Besonderes. Großartig.

Scharfe TypeScharfe Type
Bilder mit freundlicher Genehmigung von Nadine Roßa: http://scharfe-type.de

Die Designerin und Illustratorin Nadine Roßa widmete ihre Diplomarbeit (2009) diesem wunderbaren Buchstaben. Ihr Werk ist acht Jahre alt, aber nicht minder aktuell. Nadine begeistert sich für Buchstaben und ist eine echte Fachfrau für das ß. Aber seht selbst:

Außerdem… Auf typografie.info schreibt Betreiber und Typograph Ralf Herrmann Interessantes über das große ẞ: Anwendungsbeispiele, Kopiervorlage, Beitrag aus dem TypoJournal…

PAPPERLAPAPP

Am Freitag fuhr ich mit der S-Bahn zum Stammtisch der Hessischen Kinder- und JugendbuchautorInnen nach Frankfurt. Ein bunt durchmischtes Sprachen-Allerlei erfüllte den Waggon. Besonders interessant fand ich eine Handvoll Kinder, die von einer Sprache in eine andere wechselten. Die Mütter unterhielten sich untereinander in Englisch, die Kinder mit ihren Müttern in der jeweiligen Herkunftssprache, die Kinder untereinander in Deutsch – alles flüssig und lebendig. Toll, dachte ich.
Bereits als Kind hat mich dieser selbstverständliche Sprachgebrauch fasziniert.

PAPPERLAPAPPUmso mehr freut es mich, dass es für mehrsprachige Kinder (oder solche, die es werden wollen) seit letztem Jahr die zweisprachige Bilderbuchzeitschrift PAPPERLAPAPP gibt.
Im September erscheint bereits das siebte Heft. Diesmal mit dem Thema: Zaubern.
Die Zeitschrift, die sich an Mädchen und Jungen ab fünf Jahren richtet, erscheint drei bis vier Mal pro Jahr in Deutsch-Albanisch, Deutsch-Arabisch, Deutsch-Bosnisch-Kroatisch-Serbisch, Deutsch-Farsi, Deutsch-Polnisch, Deutsch-Rumänisch, Deutsch-Tschetschenisch, Deutsch-Türkisch und zusätzlich in Deutsch-Englisch.

Die österreichische Bilderbuchzeitschrift bietet frühe Sprachförderung, die Spaß macht, und sie ist ein hervorragendes Geschenk für mehrsprachige Familien, für Kitas, Grundschulen, Kinderkliniken, Arztpraxen, Unterkünfte für Flüchtlinge … Überall dort, wo Kinder Zeit verbringen, wird die PAPPERLAPAPP ein gern gesehenes Medium sein – oder ist es bereits.

Bilderbücher über Abschied, Trauer und Tod

Jüngst suchte ich nach einer kommentierten Liste mit Bilderbüchern über Abschied, Trauer, Verlust und Tod. Auf dem Evangelischen Literaturportal e.V. wurde ich fündig. Für 2,- Euro + Versand gibt es dort das Themenheft: Tod – was ist das?

Themenheft TodDie kleine Sammlung aus dem Jahr 2016 beinhaltet 31 Titel, die mit Angaben zum Inhalt, thematischem Schwerpunkt, Zielgruppe und praktischen Anregungen vorgestellt werden; ergänzt durch die Empfehlung eines Fachbuchs.
Super Sache, dachte ich. Zack – zwei Hefte in den Warenkorb (für mich und eine befreundete Erzieherin), Formular ausgefüllt, bestellt. Wenige Tage später lag ein Umschlag in meinem Briefkasten.

Im Vorwort heißt es, dass das Angebot zu diesen Themen so facettenreich wie nie zuvor sei. Mehr als 100 Titel hätte die Auswahlgruppe (Fachfrauen der Literaturwissenschaft, der Theologie, der Bilderbuchkritik und der Psychologie) gesichtet und besprochen. Weniger als ein Drittel der Titel hat es in das Themenheft geschafft.

Die Auswahlkriterien werden erläutert, ebenso was kritisch beurteilt wurde und warum Bücher nicht aufgenommen wurden.

„Feststellbar war zudem, dass die Bücher pädagogisch immer versierter den Trauerprozess von Kindern nachbilden […]. Merkwürdig diskrepant erscheint da die Tatsache, dass immer noch die Mehrzahl der Bilderbücher auf klare und kindgerechte Sätze […] verzichten.
Auch fiel auf, dass die Darstellung der Großeltern in Text und Bild immer weniger mit der Erfahrungswelt von Kindern zu tun hat. […] Oftmals entsteht der Eindruck, dass es sich eher um die Urgroßeltern handeln könnte […]. Hier wünschten wir uns mehr Vielfalt in der Darstellung.“
Quelle: Evangelisches Literaturportal e.V. (Hrsg.). 2016. Tod – was ist das?. Göttingen: Verlag Die Werkstatt.

Gliederung:

  • Tiergeschichten vom Abschiednehmen (Neun Titel)
  • Abschied von alten Menschen (Acht Titel)
  • Abschied von einem Elternteil (Vier Titel)
  • Tod eines Kindes (Ein Titel)
  • Kinder fragen nach Leben und Tod (Drei Titel)
  • Bücher mit dem personifizierten Tod: Tod – wer ist das? (Vier Titel)
  • Biblische Geschichten von Hoffnung und Auferstehung (Zwei Titel)
  • Sekundärliteratur zum Thema (Ein Titel)

Das Heft lege ich allen ans Herz, die sich im Themenfeld „Tod im Bilderbuch“ orientieren und mit Kindern über Verluste oder das Lebensende sprechen möchten. Die vorgestellten Bücher erfüllen alle einen ästhetischen Anspruch, Sterben und Tod werden weder idealisiert noch verharmlost, Kindern wird nichts Unnötiges/Schweres aufgebürdet und ihnen wird keine unrealistische „schnelle“ Verlustbewältigung suggeriert.

Mein Tipp
Bücher nicht unreflektiert vorlesen. Vorab alleine lesen und sich selbst fragen: Wie empfinde ich die Geschichte? Was macht sie mit mir? Wie ist meine Haltung zu dem Thema? Persönliche Ergriffenheit oder Skepsis könnte Kinder verunsichern. Ein anderer Titel wäre womöglich besser geeignet.

Der kleine Therapeut

Einer meiner Beiträge ist nun öffentlich:

Der kleine Therapeut
»Bitte … mach dich mit mir vertraut!«, sagte ein neuer Patient.
»Ich möchte wohl«, antwortete der kleine Therapeut, »aber ich habe nicht viel Zeit.
Ich muss viele Körper behandeln und viele Menschen kennenlernen.«
»Man kennt nur die Menschen, die man sich vertraut macht«, sagte der neue Patient. »Ich will nicht bloß irgendein Patient sein. Ich will dein Patient sein. Viele Ärzte und Pflegekräfte haben keine Zeit mehr, die Menschen kennenzulernen. Sie gucken nur auf die Zahlen und fertigen einen nach dem anderen ab. Aber da es keine Zahlen für das Vertraut­machen gibt, kennen sie die Patienten nicht mehr. Wenn du einen Patienten kennenlernen willst, so mache dich mit ihm vertraut, dann arbeitet er mit!«
»Was muss ich da tun?«, fragte der kleine Therapeut.
»Du musst sehr geduldig sein«, antwortete der neue Patient. »Stell dich zuerst neben die Behandlungsbank. Ich werde dich unbemerkt aus dem Augenwinkel anschauen, du streichst über meinen kaputten Arm und bewegst ihn. Dabei werden wir miteinander reden. Du wirst dich für mich interessieren und mir zuhören. Bei jeder Behandlung wirst du mir ein bisschen näher kommen und mehr von mir erfahren.«
Am nächsten Tag kam der neue Patient wieder und so ging es immer weiter und der kleine Therapeut machte sich von Mal zu Mal mit dem Patienten vertraut. Er wurde zu seinem Patienten.
Und dann kam der Tag der letzten Behandlung: »Ach«, sagte der Patient, »ich muss weinen.«
»Du bist selbst daran schuld«, sagte der kleine Therapeut. »Ich wünsche mir nicht, dass es dir schlecht geht, aber du wolltest von mir, dass wir uns vertraut machen …«
»So ist es«, sagte der Patient. »Du bist mir fast zu einem Freund geworden.«
»Aber nun musst du weinen!«, sagte der kleine Therapeut.
»So ist es«, sagte der Patient.
»So hast du nichts gewonnen!«
»Ich habe eine bewegliche Schulter und ein leichtes Herz gewonnen«, sagte der Patient. »Dafür bin ich dir sehr dankbar und schenke dir mein Geheimnis. Es ist ganz einfach: Das Herz sieht, was den Augen verborgen bleibt.«
»Das Herz sieht, was den Augen verborgen bleibt«, wiederholte der kleine Therapeut, um es sich zu merken.
»Die Zeit, die du mit mir verbracht hast, macht mich für dich zu deinem Patienten.«
»Die Zeit, die ich mit meinem Patienten verbracht habe …«, sagte der kleine Therapeut, um es sich zu merken.
»Viele Ärzte und Pflegekräfte haben diese Wahrheit vergessen«, sagte der Patient. »Aber du darfst sie nicht vergessen. Du bist für das verantwortlich, was du dir vertraut gemacht hast. Du bist für deine Patienten verantwortlich.«
»Ich bin für meine Patienten verantwortlich …«, wiederholte der kleine Therapeut, um es sich zu merken.

(Frei nach »Der kleine Prinz« von ­Antoine de Saint-­Exupéry)

Quelle: Portal für Physiotherapeuten, Heftnummer 6-2016, Rubrik „Unter uns“, abger. am 06. Juli 2017

Vorlesebuch für Minimenschen

Vor 25 Jahren erblickte, viel zu früh und mit nur 900g Geburtsgewicht, mein Patenkind das Neonlicht der Kinderintensivstation. Eine Handvoll Leben, um das wir gezittert haben. Seine Eltern erlebten ein Auf und Ab der Gefühle. Gott sei dank wurde aus dem winzigen Menschlein ein junger Mann, der munter seinen Weg geht, gerne feiert und Motorrad fährt.

Das Buch Eine Stimme für Frühchen – Geschichten zum Vorlesen am Inkubator erinnert mich an diese Zeit. Hätte es das Buch damals gegeben, hätte ich es den Eltern meines Patenkindes geschenkt.
Besondere Kinder brauchen mutige Eltern. Besondere Bücher brauchen mutige Verlage.

VALERIANS 1. Lesefest

Plakat Valerians 1. Lesefest

Am Samstag, den 15. Juli 2017 findet von 11:30 bis 20:00 Uhr das erste große Benefizprojekt der Valerian Arsène Verny – Literaturstiftung für Kinder und Jugendliche in Berlin-Mitte statt. Veranstaltet wird das Lesefest in Kooperation mit der LiteraturInitiative Berlin (LIN) und der Hochschule für Wirtschaft, Technik und Kultur (HWTK).

Veranstaltungsort: Hochschule für Wirtschaft, Technik und Kultur (HWTK), Friedrichstr. 189, 10117 Berlin-Mitte, 1.OG

Weitere Informationen auf http://valerian-stiftung.com

Das Leben hält für jeden seine eigene Geschichte bereit. Helle und bunte Stunden, für manche auch das namenlose Schwarz, das sie in den Abgrund zieht. Und manchmal wird aus Teer und Asche, aus tiefstem Schmerz und größter Liebe, etwas Kraftvolles geboren. Die Valerian Arsène Verny – Literaturstiftung für Kinder und Jugendliche ist für mich solch ein Feuervogel.

Valerian war ein begabter junger Mann und Autor, dessen Leben durch einen tragischen Unfall viel zu früh endete. Seine Eltern gründeten die Literaturstiftung im Namen ihres Sohnes – für und wegen ihm. Und ich bin berührt und begeistert, wie sich aus unheilbarem Kummer etwas so Wundervolles entwickeln kann.

Für alle, die sich ein Bild über die Arbeit der Stiftung machen möchten, sie unterstützen und fördern wollen, für alle, die neugierig sind und wissen, dass kleine und große Leute gute Bücher und Geschichten brauchen, empfehle ich diese Veranstaltung.

Kindermedien: Apps und Webseiten

Datenbank für Fachkräfte, Eltern und Ehrenamtliche

Screenshot Datenbank für KindermedienWer schnell auf qualitätsgeprüfte Kindermedien zugreifen will, dem sei die Datenbank vom Initiativbüro Gutes Aufwachsen mit Medien empfohlen, gefördert vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Alle Inhalte sind laut eigener Angaben auf Aktualität geprüft und mit Praxistipps für pädagogische Fachkräfte und Eltern versehen.

Meine heutige Suche zum Begriff „Buch“ spuckte 142 Apps und zehn Webseiten für Kinder aus.
Altersempfehlungen je nach Angebot: 0-5 Jahre, 6-10 Jahre, 11-12 Jahre, 13-18 Jahre. Um das Ergebnis einzugrenzen, ist es möglich, das Thema, die Zielgruppe und/oder den didaktischen Schwerpunkt vorab auszuwählen. Diese einfache Suche nach hochwertigen und altersgerechten Kinder-Apps und Kinderwebseiten gefällt mir – auch als Medienschaffende.

Zeitschrift FEDERWELT

FEDERWELT 124 Cover „Was bietet das Stipendium der Akademie für Kindermedien? Von und mit wem darf man dort lernen? Was genau? Wie läuft es ab? Und was bringt es: sofort und für die Zukunft?“
Beantwortet werden die Fragen ab morgen in der neuen Ausgabe der FEDERWELT, Heft 124.

Beitrag über das AKM-Stipendium
Diesmal freue ich mich ganz besonders auf das Heft, denn es enthält meinen Erfahrungsbericht über das Stipendium, gespickt mit vielen O-Tönen anderer und Anregungen für eigene Projekte.

Vielen Dank an Franziska Biermann, Thomas Barthelmeus, Armin Prediger, Margarita Käfer, Fee Krämer, Dr. Rüdiger Hillmer, Charlotte Larat, Dr. Paula Peretti, Sylvia Borges, Agnes Gerstenberg, Linda Proch, Anne Gröger, Viola Lippmann und Kim Strobl, die durch ihre Aussagen, Illustrationen, Fotos oder Bilder den Beitrag bereichern. Ein großes Dankeschön geht an die Akademie, die freundlicherweise eine Menge Fotos zur Verfügung gestellt hat.

Die Ausgabe ist ab 1. Juni 2017 in Bahnhofsbuchhandlungen oder online auf Autorenwelt.de erhältlich. Zum Herunterladen gibt es die Federwelt in zahlreichen E-Book-Shops, etwa bei www.buch.de.

Update: Moomin Supporter

Mumin Unterstützerin Moomin Supporter 2017Juhu!
Das Visual Development für die neue Moomin-Serie ist gebongt. Die Crowdfunding-Kampagne erreicht zwei Tage vor ihrem Ende das Funding-Ziel: $208,907 USD aufgebracht von 3150 Unterstützern, 104% von $200,000 als festes Funding-Ziel (Stand: 20. April 2017).
Großartig! Herzlichen Glückwunsch an Marika Makaroff und das Team von Gutsy Animations!

Das erste Mal eine Crowdfunding-Unterstützerin zu sein, ist super spannend. Nun freue ich mich auf meine Perks, mit deren Kauf ich die Aktion unterstützt habe, auf alle weiteren Neuigkeiten von Gutsy Animations und den Moomins, und natürlich ganz besonders auf die erste Staffel der neuen Serie, die im April 2019 erscheinen soll. Hier ein paar Eindrücke:

Mumin Unterstützerin Moomin Supporter 2017
Mumin Unterstützerin Moomin Supporter 2017
Mumin Unterstützerin Moomin Supporter 2017

Ende der Kampagne am 22. April 2017.
$253,230 USD aufgebracht von 3701 Unterstützern.
127% vom festen Fundingziel ($200,000).
Insgesamt wurden 23 Update-News während des Kampagnenzeitraums verschickt.

Interessantes zum Thema Crowdfunding als Marketingtool auf bookbytes – Blog für Digitales :
„[…] Crowdfunding hat nicht nur eine monetäre Seite, also platt Geld mit Projekt zusammenzuführen. Crowdfunding hat auch etwas damit zu tun, Begeisterte zu finden, zu motivieren und zu binden, hat also eine nicht zu unterschätzende Netzwerk- und Marketingfunktion. […] Wer es schafft, diese Zielgruppe zu Multiplikatoren zu machen (was wiederum stark von Qualität, Eigenheiten und Viralität des Produkts abhängt), kann eine mitunter überraschend hohe Reichweite erzeugen. Diese dient nicht nur zur Verbreitung des ursprünglichen Produkts, sondern auch zur Markenbildung – vielleicht auch in neuen Zielgruppen, die man über die traditionellen Kanäle nicht erreicht. Zudem können mit Faktoren wie Limitierung […] psychologische Faktoren ausgespielt werden. […]“
(Quelle: https://www.boersenblatt.net/bookbytes/artikel-crowdfunding_als_marketing-tool.1097068.html, Steffen Meier, 9. Februar 2016)

Leipziger Buchmesse 2017

Logo Buchmesse Leipzig 2017 Einmal Leipzig und zurück
Pünktlich um 9:26 Uhr hält der Zug am Bahnhof Messe Leipzig. Zum ersten Mal besuche ich hier die Buchmesse. Mein Eindruck: überschaubarer als Frankfurt, weniger Schlipsträger, mehr AutorInnen, noch mehr Schulklassen. Im Atrium treffe ich die Drehbuchautorin Anne Gröger, mit der ich verabredet bin.

Gleich bei der ersten Veranstaltung freue ich mich, Annegret Böhme, befreundete Journalistin und Autorin, zu sehen. Ihr Kinderbuch-Debüt „Eddi Error – unser Roboter krempelt alles um“ ist im Februar bei Thienemann erschienen. Am Verlagsstand in Halle 2 springt mir das sympathische Cover vom kleinen Eddi sofort ins Auge.

In Halle 5 im Forum autoren@leipzig moderiert Maria Koettnitz, Akademie für Autoren, das Gespräch „Wie werde ich Kinderbuchautorin/Kinderbuchautor? – Was es für Debütschriftsteller auf dem Weg zum eigenen Kinderbuch zu beachten gibt.“ Zu Gast sind Kirsten Reinhardt und Christine Paxmann.

Gespräch Akademie für AutorenChristine Paxmann, schreibt und illustriert und gibt seit 15 Jahren die Zeitschrift Eselsohr heraus.
Die erfahrene Fachfrau erzählt, wie wichtig eine professionelle Herangehensweise für AutorInnen sei: von der Plotkonstruktion bis hin zur Gestaltung des Exposés.

Kirsten Reinhardt, Journalistin und Autorin, spricht von ihrem Weg zum Debüt. Anfangs ging sie keineswegs planvoll vor. Die Idee zu einer Geschichte war einfach da. Reinhardt wusste um einige Figuren, kannte Namen, dann schrieb sie los. Kein ausgeklügelter Plot, vielmehr intuitives Schaffen. Alles andere wäre ihr künstlich vorgekommen. Irgendwann war die Geschichte fertig und landete erst einmal in der Schublade.

Reinhardt erzählt vom freien Schreiben, dem Versuch, dies in einem Café zu tun, ihrer Ausbildung zur Journalistin, vom Umgang mit Kritik und vom Streichen überflüssiger Wörter, davon, wie sie irgendwann den Text aus der Schublade holte und von der schicksalhaften Teilnahme an einem Wettbewerb – dem Oldenburger Kinder- und Jugendbuchpreis 2009 – bei dem Christine Paxmann Jurorin ist.

Reinhardts damals unveröffentliches Manuskript „Fennymores Reise oder wie man Dackel im Salzmantel macht“ gewann die Auszeichnung, wurde danach im Carlsen Verlag veröffentlicht und in mehrere Sprachen übersetzt. Besser kann es mit einem Debüt nicht laufen.
Mittlerweile gibt es zwei weitere Bücher von Kirsten Reinhardt: „Die haarige Geschichte von Olga, Henrike und dem Austauschfranzosen“ sowie „Der Kaugummigraf“. Beide sind ebenfalls bei Carlsen erschienen.

Spannend finde ich vor allem, was sie über ihre Arbeitsweise erzählt. Teils widerspricht sie damit den Aussagen Paxmanns. Da musste ich einige Male schmunzeln. Und es zeigt mir einmal mehr: Es gibt nicht den einen Weg.

Der Rundgang durch die Hallen macht hungrig. Anne Gröger und ich essen zu Mittag. Eine gute Gelegenheit für ein erstes Resümee und ein paar laute Gedanken zu eigenen Projekten.

Uschtrin Verlag, FederweltDanach treffe ich mich am Stand des Uschtrin Verlags mit Anke Gasch, der Chefredakteurin des Fachmagazins Federwelt. Wir sprechen unter anderem über die kommende Juni-Ausgabe der Zeitschrift, in der ein Beitrag von mir erscheint. Darin erzähle ich von meinem Stipendium an der Akademie für Kindermedien (AKM). Eingebettet in mein Erleben, gewährt der Text Einblicke in das Programm der AKM. Er ist angereichert mit praktischen Tipps und mit O-Tönen anderer TeilnehmerInnen und MentorInnen.
Anne Gröger gesellt sich zu Anke Gasch und mir, ebenso Jasmin Zipperling. Die sympathische Autorin ist Teammitglied der Autorenwelt. Wir sprechen über die Messe, den Buchmarkt und tauschen Kontaktdaten aus.

Gespräch Drauf G’schissen – erfolgreich scheiternDer Programmpunkt „Drauf G’schissen – erfolgreich scheitern“ klingt spannend. Auf der Couch sitzen unter anderem Theresa Schenkel, Marketingleiterin dtv, die Buchhändlerin Kati Reue Fraentzel und der ehemalige Verlagsmitarbeiter und Berufsschullehrer (Bereich Herstellung) Dieter Bresslein. Sie erzählen vom Alltag in der Buchwelt, von persönlichen Pannen im Beruf, von falschen Bestellungen, vom eigenen Versagen. Was haben sie daraus gelernt? Was können andere von ihnen lernen? Fazit: Locker bleiben. Überall kann etwas schiefgehen und solange niemand stirbt, ist die Sache halb so wild.

In Halle 2 stöbere ich an den Ständen der Kinder-und Jugendbuchverlage.

Später freue ich mich auf einen Kaffee mit der wunderbaren Illustratorin Lucie Göpfert. Mit ihr arbeite ich an mehreren Bilderbuchprojekten, die sie auf der Messe einigen Verlagen vorgestellt hat. Wir besprechen die nächsten Arbeitsschritte, plaudern über neue Projektideen.

Kerstin Hau, Anne GrögerRuck-zuck ist der Messetag vorüber. Anne Gröger und ich finden einen ruhigen Sitzplatz und Zeit, über unsere Eindrücke zu sprechen.
Danach gehe ich zum Bahnhof.

Tschüss, Leipzig. Mir hat’s gefallen.