Vorlesen kann therapeutische Wirkung haben

…schreibt Maren Bonacker, Lese- und Literaturpädagogin und Leiterin der Kinder- und Jugendabteilung der Phantastischen Bibliothek Wetzlar. In der aktuellen Ausgabe des Gesundheitskompass Mittelhessen stellt sie Bilderbücher vor, die “helfen, die eigene Angst zu verstehen und sie als gesunden Schutzfaktor in unser Leben zu lassen.” Die Titel werden von der AG Bücher für Vorleser des Wetzlarer Projekts Vorlesen in Familien empfohlen.

Hier geht’s zum Beitrag.

Das derzeit wohl schönste Buch zum Thema Angst für Kinder und Erwachsene liefern derzeit Kerstin Hau und Julie Völk. […] Auch dass hier nicht nur einer der Starke ist, sondern sich die beiden Wesen gegenseitig tragen und bestärken, wobei jeder sein eigenes Tempo bestimmen kann, trägt zu der heilenden Kraft dieses bemerkenswerten Bilderbuchs bei. Sehr zu empfehlen!
Quelle: M. Bonacker. Mit Bilderbüchern lernen, seine Angst zu lieben. Gesundheitskompass Mittelhessen. 22. Jahrgang. Ausgabe 4. S.30-31.

Publishers Weekly September

Publishers Weekly, USA, reviewed ‘The Dark and the Light’:
Kerstin Hau, illus. by Julie Völk.
NorthSouth, $17.95 (40p)
ISBN 978-0-735843-85-1


[…] Hau expertly expands a familiar metaphor for sadness and houses it in the surreal. Völk’s delicate artwork employs the cyanotype method […]. At first, Shaggy’s world distinctly occupies the left page and Sparkle’s the right; as their conversation unfolds, the bluish band shifts and bends with the emotional arc.
A pensive and affecting story about how togetherness emboldens tired spirits, especially in the darkest corners.

Quelle: https://www.publishersweekly.com/9780735843851 Rezension vom 11.09.2019

Einsteigerseminar Figurentheater

Mit dem Struppigen und dem Zarten und ganz wunderbaren Menschen verbrachte ich einige Tage auf dem Seminarhof Lebherz. Wir schnupperten hinein in die Welt der belebten Puppen.

Dabei drehte sich alles um Form, Bewegung und Sprache. Aus dem Zusammenspiel dieser drei Komponenten gründet sich das Figurentheater. Durch Beispiele, praktische Übungen, Improvisation, Aufgaben, Austausch und eigenes Spiel erhielten wir Antworten auf viele Fragen.

…Welche Figuren gibt es? Was können sie? Für was eignet sich welche Figur? Brauche ich eine Bühne, eine Wand oder funktioniert das Spiel im freien Raum? Wo verorte ich mich? Wo die Figur? Wie erwecke ich die unterschiedlichen Figuren zum Leben? Worauf muss ich beim Spielen achten? Wo sind welche Beziehungsebenen? Wann setze ich welchen Impuls? Wie führe ich Bewegungen und Gesten aus? Was ist zuerst da – die Figur oder die Geschichte? Wie finde ich für einen Inhalt die Form? Wie findet eine Form ihre Geschichte? Welche Herangehensweise liegt mir mehr? Wie setze ich meine Stimme ein?…

Um den Figurenbau kennenzulernen, baute jede Teilnehmerin eine Roser’sche Tuchmarionette. In anschließenden kurzen Spieleinheiten lernten wir ihre Fähigkeiten und ihre Persönlichkeit kennen. Spannend in vielerlei Hinsicht.

Dank Anne Swoboda, Puppenspielerin und Dozentin, erlebten wir ein intensives, vielseitiges Einsteigerseminar. Stets verwöhnt von Susanne Lebherz, die uns täglich köstliche Leckereien auf den Tisch zauberte.

Wer mit Figuren auf Tuchfühlung gehen will, dem sei das Seminar wärmstens empfohlen.
Quelle Fotos: Gruppenbild © Susanne Lebherz, Tuchmarionettenspiel und Tischfigurenbild © Beatrix Baumgart, Rest © privat

Lotte Bräuning ausgezeichnet

Lotte Bräuning, die Illustratorin meiner Waldgeschichte (Kinderzeitschrift Papperlapapp), wurde mit ihrem unveröffentlichten Werk “Ganz schön schwül hier” von dPictus ausgezeichnet!

Die dPictus-Auszeichnung fördert die internationale Verbreitung besonderer Bilderbücher.
Rund 350 Projekte aus 60 Ländern wurden eingereicht. Davon wählte eine Jury 48 Bilderbücher aus, die auf der Frankfurter Buchmesse im Kids Hub (Foyer 5.1/6.1) ausgestellt werden. Und Lotte ist dabei!

Außerdem wurde Lotte für den SERAFINA – PREIS FÜR ILLUSTRATION nominiert!!!
https://www.instagram.com/p/B2WJip5Cqq7/

Herzlichen Glückwunsch, liebe Lotte!

Esel des Monats

Das Eselsohr, die Fachzeitschrift für Kinder- und Jugendmedien, vergibt monatlich die Auszeichnung “Esel des Monats” an ein Buch, das aus der Menge der Neuerscheinungen heraussticht.

Im September geht der Esel an Das Dunkle und das Helle.
Wie wunderbar!
Einen großen Dank an die Redaktion!

In der Eselsohr-Rezension von Ruth Rousselange lese ich eine große Begeisterung für Julie Völks fantastische Illustrationen. Julies filigraner, außergewöhnlicher Stil beschäftigte Rousselange bereits 2018 in einem Illustratorinnen-Porträt (Eselsohr 02/2018). So intensiv sie sich mit den Bildern und der Technik auseinandersetzt, so sehr vermisse ich eine differenzierte Textanalyse mit Hinweisen auf die Metaebene, die Zielgruppe und die Text-Bild-Interdependenz. Rousselange bleibt mit ihrer Rezension an der Oberfläche. Die verschiedenen Deutungsebenen der Geschichte erfasst sie nicht. Schade.

Wer eine Rezension lesen möchte, die die Geschichte in ihrer Gesamtheit erfasst, dem empfehle ich das US-amerikanische Magazin KIRKUS REVIEW oder den Literaturblog von Sabine Ibing.

Das Buch ist vielfältig zu interpretieren. Zuerst mag es den Anschein haben, dass sich Kulturen gegenüberstehen, miteinander kommunizieren, sich gegenseitig kennenlernen. Aber spätestens beim dunklen Loch, in das das Zarte hineingefallen ist, bekommt das Buch einen anderen Kontext. Auch das Struppige ist vor langer Zeit ins Dunkel gefallen. Als Erstes fiel mir Depression ein, schon durch die Gestaltung der Grafik. Es fällt jemand in ein dunkles Loch und muss langsam und vorsichtig wieder ans Licht geführt werden. Aber dieses Loch kann auch für andere Dinge stehen, wie Trauer nach einem Todesfall – Verlust, Traurigkeit entfacht durch Dinge, die eine Person für einen Moment ausnocken, wie Krankheit, Scheidung, Arbeitslosigkeit usw. Es kann auch ein finanzielles Loch sein, in das jemand hineinfällt. Das Buch zeigt, dass es immer einen Ausweg gibt, wenn man nicht alleine ist. Jeder kann in ein Loch fallen, das Leben ist kurvig, nie eine Gerade. Mit den richtigen Helfern an der Seite kann man jede Kurve umschiffen. … Dies Bilderbuch ist ein besonderes Buch. Es ruht in ihm eine große Kraft.
Quelle: http://literaturblog-sabine-ibing.blogspot.com/p/das-dunkle-und-das-helle-von-kerstin.html

Buchtipp: Bilderbuchanalyse von Dr. Tobias Kurwinkel
Narrativik – Ästhetik – Didaktik
Lehrbuch/ Studienliteratur
2017. Buch. 306 S. 20 Abbildungen. Softcover
utb. ISBN 978-3-8252-4826-0

Wer bist Du wirklich?

Und warum sehe ich Dich anders?
Wer sich diese Fragen stellt, sollte sich mit dem Thema Projektion beschäftigen.

Bei der Projektion wehren wir unsere eigenen, ungeliebten Seiten ab: Emotionen, Wünsche und Ängste, die wir nicht haben wollen, derer wir uns schämen, die verboten sind, die wir uns nicht zutrauen. Wir projizieren sie auf andere und bekämpfen sie dort.
Quelle: https://ulrike-scheuermann.de/projektion/

Quelle Video: Reden für Menschlichkeit

In diesem Zusammenhang verweise ich auch gerne auf Ulrike Scheuermanns Blogbeitrag DIE KUNST DES ZUHÖRENS.

Mythen über Kinderbuchautor*innen

Katharina Mauder, freie Kinderbuchautorin und ehemalige Lektorin, hat in einem ihrer Blog-Artikel die zwölf größten Mythen über Kinderbuchautor*innen wunderbar zusammengetragen.

Wer wissen will, wie das (Kinderbuch-)Autor*innenleben wirklich ist, sollte Katharinas Zusammenstellung unbedingt lesen: DIE 12 GRÖSSTEN MYTHEN ÜBER KINDERBUCHAUTOR*INNEN UND IHRE BÜCHER

Quelle Bild: http://seitenwaise.com/2019/08/11/mythen-kinderbuchautoren/