Leselust wecken!

Gemeinsames Lesen, die kreative Beschäftigung mit Inhalten, das Besprechen der Geschichten – all das trägt dazu bei, dass Kinder Texte verstehen, ihnen Sinn entnehmen, Lesefreude entwickeln, sich ausdrücken können, Medienkompetenz erlangen. Im besten Fall lesen Eltern ihren Kindern von kleinauf vor, bieten Kindertagesstätten und Schulen spannende Lektüren zum Vor- und Selbstlesen an.

Auch professionelle Literaturvermittler*innen begeistern fürs geschriebene Wort. Sie nutzen alle zum Lesen anregenden Medien sowie Methoden der Kunst-, Musik-, Spiel- und Theaterpädagogik. Mit attraktiven Angeboten motivieren sie Kinder und Jugendliche, die wundervolle Welt der Bücher zu entdecken.

Der Bundesverband Leseförderung e.V. entwickelte dafür die Weiterbildung Lese- und Literaturpädagogik, die seit 2012 von anerkannten Institutionen angeboten wird. Die zweijährige Weiterbildung ermöglicht eine Qualifizierung und Professionalisierung für Personen, die in der Leseförderung tätig werden wollen oder es bereits sind.

Screenshot Textpiraten Stefanie BoorEine von ihnen ist Stefanie Boor aus Köln. Auf www.textpiraten.de informiert die freiberufliche Lese- und Literaturpädagogin über ihre Angebote rund um eine aufregende Literaturvermittlung. Ihr Schwerpunkt liegt auf mehrsprachigen Kindern sowie internationalen Schulen in Deutschland, vor allem französischen Einrichtungen.

Screenshot vom 24.06.2018: www.textpiraten.de

Die ehemalige PR-Fachfrau begeistert junge Menschen fürs Lesen, für Bücher und Geschichten. Sie besucht Kindergärten oder Schulklassen, veranstaltet Workshops und gibt ihr Fachwissen weiter. Dabei geht es nicht nur um reine Leseförderung, sondern auch um Schreib-, Sprach- und Erzählkompetenzen, Meinungsbildung, Empathie und Toleranz.

Mit ihrer eigenen Begeisterung für spannende, aktuelle Kinder- und Jugendliteratur steckt sie Kinder, Jugendliche und Erwachsene gleichermaßen an. Denn für die Textpiratin Boor bedeutet moderne Literaturpädagogik das Erleben von starken Büchern, mit denen Kinder und Jugendliche wachsen und ihre Persönlichkeit entwickeln können.

Literaturvermittlung heißt für mich vordergründig kleine und große Menschen für Bücher zu begeistern. Neben dem Genussaspekt stellt eine solide Lesekompetenz, gemeint ist sinnentnehmendes Lesen, zudem eine wichtige Säule zur selbständigen Teilhabe der Menschen in einer funktionierenden, demokratischen Gesellschaft dar. Heute mehr denn je.
Stefanie Boor. Lese- und Literaturpädagogin. www.textpiraten.de

Auch Angebote für Multiplikator*innen und Verlage finden sich im Portfolio der Literaturpädagogin und runden ihr Profil ab. Erzieher*innen, Lehrer*innen, Mitarbeiter*innen von Ganztagseinrichtungen, Tageseltern, Lesepat*innen, Buchhändler*innen, Bibliothekar*innen oder jungen Eltern bietet sie eine Fülle an Ideen, vermittelt vielfältige Methoden im Bereich Literacy – mit vielen praktischen Elementen zum Ausprobieren.

Als Jurorin unterstützt die engagierte Literaturwissenschaftlerin den Verein boys & books e.V., der die Leseförderung von Jungen in den Mittelpunkt stellt und sich als Förderverein der Webseite des Lehrstuhls von Prof. Dr. Christine Garbe für Lese- und Mediensozialisation der Universität zu Köln versteht.

Nichts verpassen: Stefanie Boor mit den Textpiraten auf Facebook.
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Und jetzt?
Ran ans nächste Buch!

Kinder. Bücher. Lesen.

In Büchern kämpfen, lieben, leiden und zaubern wir, lösen Konflikte und Probleme, bestehen Abenteuer, erleben eine Bandbreite an Emotionen, lassen uns berühren und mitreißen. Figuren wachsen uns ans Herz, werden zu inneren Begleiter*innen. Wer liest, trainiert Einfühlungsvermögen und Vorstellungskraft.

Lesen bedeutet viel mehr, als einzelne Buchstaben aneinanderzureihen, zu einem Wort und einem Satz zusammenzufügen. Wer durch Lesen in andere Welten eintaucht, verschiedene Charaktere kennenlernt, Handlungsmuster erkennt, gewinnt Aha-Erlebnisse und hinterfragt bestenfalls nicht nur das eigene Tun.

Was geht in Köpfen anderer Leute vor?
Warum handeln Menschen so?
Wie fühlt es sich an, in einer anderen Haut zu stecken?

Die Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Themen regt an und wirkt nach. Mit Büchern finden Kinder eigene Antworten. Bücher lassen Kinder wachsen, vergrößern ihren Wortschatz, verdeutlichen Zusammenhänge, erweitern Wissen. Bücher zeigen Neues, Fremdes, bieten Reflexionsfläche. Bücher helfen Kindern, das Leben besser zu verstehen.

Wer liest, lernt zu verstehen. Wer versteht, kann Fragen stellen. Und wer Fragen stellt, kann Dinge verändern.
Quelle: Manuela Hantschel. Vorsitzende des Bundesverbandes Leseförderung. Das Buch als Übungsplatz für Empathie.