4. Bundeskongress Kinderbuch

Kerstin Hau trifftWenn Kinder- und Jugendbuchautor*innen zusammenfinden
Aus allen Ecken und Winkeln Deutschlands reisten am 09. Oktober 2018 über 40 Kinder- und Jugendbuchautor*innen an, um am Bundeskongress Kinderbuch in der Stadtbücherei Frankfurt am Main teilzunehmen.


Querbeet aus meinen Notizen
– erhebt keinerlei Anspruch auf Richtigkeit und Vollständigkeit

Betrifft den gesamten Buchmarkt: „Es gibt zu viele Bücher und zu wenig Verkaufsfläche – der Buchhandel sortiert sich neu.“
„Käuferschwund, vor allem bei den 30- bis 50-jährigen.“
„Medienzeitbudget der Bevölkerung: ca. 9 Stunden am Tag verbringen wir mit Medien.“
„Weniger Leute kaufen Bücher, dafür kaufen die, die kaufen, mehr.“
„In den letzten fünf Jahren schrumpfte die Zahl der Buchkäufer um 6 Millionen. Wo sind sie hin?“
„Games, Musik, Home Videos, Kino – diese Sparten des Entertainment-Marktes wachsen stärker als der Buchmarkt. Sind die 6 Millionen Käufer hierhin abgewandert?“
„Warum? Schnelllebiger Alltag, Reizüberflutung, immer neue Freizeitangebote.“
„Dennoch: Sehnsucht nach Entschleunigung, Invasivität der Technik als wahrgenommener Teufelskreis, zunehmende Convenience-Orientierung.“
„Konzeptlose Buchhandlungen ohne Antworten auf das veränderte Kaufverhalten werden weiter schwinden“
„Der Börsenverein hat in den letzten 18 Jahren fast 3.000 Mitglieder verloren.“
„Breite Masse der Indies findet im Buchhandel nicht statt.“
„Keine guten Perspektiven für unabhängige Verlage.“
„Buchhandelsflächen werden nicht weiter schrumpfen.“
„Ketten werden weiter wachsen.“
„Stärkste Käufergruppe sind Menschen 70+.“
„Zwei Warengruppen sind gewachsen: Kinderbuch und Sachbuch. Sie sind das Rückgrat des klassischen Buchhandels.“
„Über Bücher wird zu wenig gesprochen.“
„Das Medium Buch ist in der Krise.“
„ABER: Die Menschen sind hungrig nach Geschichten!“
„Autor*innen = Stoffentwickler*innen“

Eröffnet wurde die Veranstaltung von Autor Andreas Schlüter, der das Wort an Verlags- und Medienberater Ehrhardt F. Heinold, Gründer von Heinold, Spiller & Partner Unternehmensberatung (HSP), übergab.

Heinold referierte über die Zukunft des Lesens. Einer umfangreichen Präsentation mit aktuellen Zahlen, Rückschlüssen, Tendenzen und Perspektiven folgte eine angeregte Diskussion über Branchenmechanismen, Veränderungen und Aussichten.

Kinderbuchautorin für Vielfalt und ToleranzWelche Wege Autor*innen zukünftig beschreiten, hängt einerseits von der Entwicklung der Verlage sowie den Bedürfnissen der Leser*innen ab. Andererseits liegt es an jedem selbst, agil und flexibel mit den veränderten Bedingungen umzugehen. Der sogenannte Entertainmentmarkt besteht nicht nur aus Büchern. Die Formen wandeln sich, das Narrativ bleibt. Die Lust bzw. das Bedürfnis, in Geschichten einzutauchen, ist menschlich, kulturübergreifend, ungebrochen.

Jede*r Autor*in muss sich fragen: Was will, was kann ich leisten? Wo kann ich mich wie positionieren? Wie kann ich finanziell überleben? Was treibt mich an? Was bremst mich aus?

Weiter ging es mit einer kurzen Zusammenfassung zum Thema „Onleihe Bibliotheken“ und Tantiemen.

Es folgten Berichte der regionalen Netzwerke Berlin, München, Köln, Hamburg, Hessen, Bayern, Hannover, Stuttgart. Der nächste Bundeskongress wurde kurz angesprochen und glitzert bereits am Horizont.

Beinah geschlossen pilgerte die Gruppe zum Metropol – Café am Dom. Gemütlicher Teil mit Prost, Quack-Quack und Magenfüllen.

Kinderbuchautorin für Vielfalt und Toleranz Kinderbuchautor*innen Cally Stronk, Christian Friedrich, Stefanie Gessner, Jutta Nymphius, Katharina Mauder, Marlies Bardeli, Gundi Herget, Meike Haas, Maja von Vogel und viele andere beim netten Plausch.

Kinder- und Jugendbuchautor*innen, die nicht dabei waren und denken, sie hätten etwas verpasst, empfehle ich die Seite www.bundeskongress-kinderbuch.de.

Anmelden, mitmachen und beim nächsten Bundeskongress dabei sein.

Vortrag Erhardt Heinold, Bundeskongress Kinderbuch

Film vom Sommerfest

Kerstin Hau feiertFrisch von Kinderbuchautorin Barbara van den Speulhof ins Netz gestellt – ein Film vom Sommerfest des Netzwerks hessischer Kinder- und Jugendbuch-Autor*innen.
Sie schreibt dazu: „Manche Ereignisse werfen ihre Schatten voraus. Andere leuchten noch lange nach. Zum Beispiel das Sommerfest unseres Netzwerks hessischer Kinder- und Jugendbuchautor*innen. Im Juni feierten wir zusammen mit Buchhändler*innen, Leseveranstalter*innen, Journalist*innen, Verlagsleuten und vielen anderen, denen Kinder- und Jugendbücher wichtig sind. Danke an alle, die da waren. Danke an alle, die zum Gelingen beigetragen haben. Es war schön mit euch. Und gern: auf ein Neues in 2019!“

Sommerfest des Netzwerks hessischer Kinder- und Jugendbuch-Autor*innen 2018.

Manche Ereignisse werfen ihre Schatten voraus. Andere leuchten noch lange nach. Zum Beispiel das Sommerfest unseres Netzwerks hessischer Kinder- und Jugendbuchautor*innen. Im Juni feierten wir zusammen mit Buchhändler*innen, Leseveranstalter*innen, Journalist*innen, Verlagsleuten und vielen anderen, denen Kinder- und Jugendbücher wichtig sind. Danke an alle, die da waren. Danke an alle, die zum Gelingen beigetragen haben. Es war schön mit euch. Und gern: auf ein Neues in 2019!

Gepostet von Barbara van den Speulhof – Autorin am Donnerstag, 4. Oktober 2018

Film: Jade Brandão
Ton und Musik: Constantin Stemmler

Vom guten Umgang mit dem Tod in Kitas

kindergarten heute Ausgabe 10_2018Im aktuellen Heft 10_2018 von kindergarten heute, dem Fachmagazin für Frühpädagogik, ist ein Beitrag von mir erschienen.

Erinnerungen sind ein wertvoller Schatz
Wenn ein Kind gestorben ist

Aus dem Online-Inhaltsverzeichnis: kindergarten heute Ausgabe 10_2018
„Kaum ein Ereignis erschüttert eine Kita so stark wie der Tod eines Kindes. Pädagogische Fachkräfte sind neben der eigenen Betroffenheit auf mehreren Ebenen gefordert. Wie Sie in der schwierigen Situation reagieren und was Sie unterstützend tun können.“
Screenshot vom 04.10.2018 und Quelle Text: https://www.herder.de

Der Beitrag in 150 Wörtern
Auf den Tod eines Kindes reagieren viele Erwachsene mit Unsicherheit und Angst. In dieser Ausnahmesituation brauchen Familien Unterstützung. Pädagogische Fachkräfte können hilfreiche Möglichkeiten aufzeigen, wie Eltern mit ihren Kindern über den Verlust sprechen und sie in ihrer Trauer gut begleiten können. Wenn Eltern seitens der Kita spüren, dass sie mit ihren Bedürfnissen wahrgenommen werden, können sie ihre Kinder besser in ihrer Trauer begleiten. Tätig zu werden für die Familie des verstorbenen Kindes ist eine weitere Möglichkeit, mit der belastenden Situation umzugehen. Sinnvolles Handeln unterstützt die Verarbeitung und hilft über die eigene Machtlosigkeit hinweg. Deswegen ist es wichtig, die Eltern in die Überlegungen einzubeziehen und ihnen die Gelegenheit zu geben, selbst aktiv zu werden. Was den Umgang mit der betroffenen Familie angeht, ist es hilfreich, den Eltern zu signalisieren, für sie da zu sein.
Quelle: Der Beitrag in 150 Wörtern. kindergarten-heute. Ausgabe 10_2018. 48. Jg. Verlag Herder auf https://www.herder.de

Fernkurstagung 2018

Kerstin Hau lernt„Szene 18, Klappe 4. Filmische Adaptionen von Kinder- und Jugendliteratur“
31. August – 2. September 2018
Katholisch-Soziales Institut, Siegburg

STUBE Fernkurstagung u.a. mit Andreas Steinhöfel und Ute Wegmann

Informativ, unterhaltsam, anregend, motivierend – von der gemeinsamen Tagung der Studien- und Beratungsstelle für Kinder- und Jugendliteratur (STUBE) in Wien und des Borromäusvereins konnte ich viel mitnehmen.

Wortlaut Teilnahmebescheinigung:
„Die Tagung mit dem Titel „Szene 18, Klappe 4“ thematisierte filmische Adaptionen von Kinder- und Jugendliteratur. Die Teilnehmer/-innen setzten sich mit verschiedenen Aspekten der Intermedialität, mit den eigenständigen Darstellungsformen des ‚Telling’ und ‚Showing’ anhand von aktuellen und klassischen literarischen Texten und ihren Verfilmungen auseinander und näherten sich der Thematik durch Vorträge, Workshops und Autorengespräche.“

Im STUBE-Tagebuch gibt es eine wunderbare Zusammenfassung der drei intensiven Tagungstage. Natürlich mit Fotos.

Gesundheit braucht Bildung

Was hat Lesekompetenz mit Gesundheit zu tun?
Mehr als manch einer denkt.
Eine Kurzformel könnte lauten „Gebildete Eltern = gesündere Kinder“.

Für den aktuellen Kinder- und Jugendreport wertete die Krankenkasse DAK-Gesundheit Versichertendaten von fast 600.000 Kindern und 430.000 Eltern aus. Die Autor*innen kommen zu dem Ergebnis, dass die Bildung der Eltern unmittelbare Auswirkungen auf die Gesundheit ihrer Kinder hat.

„Wenn das Elternhaus krank macht, hängt die Diagnose der Kinder oft mit dem Lebensstil von Mutter oder Vater zusammen“, sagt Andreas Storm, Vorstandschef der DAK-Gesundheit. „Die gesundheitliche Ungleichheit zwischen den Familien ist größer als gedacht. Es gibt nachweislich erhöhte Risiken für benachteiligte Kinder.“

Vor allem Karies, Übergewicht und Sprachstörungen seien Diagnosen, die auf enge Zusammenhänge zwischen Elternhaus und Kindergesundheit schließen lassen.

Zusammenhang Elternhaus und Kindergesundheit

Laut DAK-Report sind Kinder von Eltern ohne Ausbildungsabschluss im Alter zwischen fünf und neun Jahren bis zu 2,5-mal häufiger von Fettleibigkeit betroffen als Kinder von Akademikereltern. Von 1.000 Kindern bildungsarmer Eltern haben 52 ein krankhaftes Übergewicht – bei Akademikerkindern sind es nur 15 Jungen und Mädchen von 1.000.
Grafik: © DAK-Gesundheit

Laut Studie kommt Zahnkaries in bildungsarmen Familien 2,8-mal häufiger vor als in bildungsnahen Familien. Bei Entwicklungsstörungen wie Sprach- und Sprechproblemen sind 45 Prozent häufiger betroffen. Ein ähnliches Bild zeigt sich bei Verhaltensstörungen wie der Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Störung (ADHS) mit einem Unterschied von 44 Prozent.

Kinder bildungsarmer Eltern verbringen mehr Zeit in Krankenhäusern und bekommen mehr Arzneimittel verschrieben als Kinder von Eltern mit hohem Bildungsabschluss.

„Im direkten Vergleich haben die Bildungseinflüsse der Familie deutlich größere Auswirkungen auf die Kindergesundheit als zum Beispiel Einkommensunterschiede.“

Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte bestätigt einen großen Teil der Ergebnisse. „Wir erleben die unselige Allianz zwischen Bildungsarmut und Krankheitslast täglich in unseren Praxen“, sagt Präsident Dr. Thomas Fischbach. „Die Studie der DAK-Gesundheit ist in der aktuellen politischen Diskussion sehr wichtig und hilfreich. Wir brauchen einen ganzheitlichen Ansatz, damit die Gesundheit der Kinder und Jugendlichen geschützt wird. […]“

Weitere Informationen unter DAK-Studie: Wenn das Elternhaus krank macht.

Musiker Axel Bosse empfiehlt…

…DU FEHLST!

"DU FEHLST" sind gesammelte Geschichten über Trauer. Das Buch ist aus einem Schreibwettbewerb entstanden und die 50…

Gepostet von Bosse am Dienstag, 31. Juli 2018

Ehefrau Ayşe Bosse ist Mit-Herausgeberin und mächtig stolz.

https://www.facebook.com/weildumirsofehlst/posts/1311656882300009

Buch DU FEHLST

Kerstin Hau reistBuch DU FEHLST
Da ist es, das starke, zarte Buch für den guten Zweck: DU FEHLST – mittendrin TRAUMLEBEN, meine Erzählung.

Trauer – die große Unbestimmte
Mütter, Väter, Kinder, Freunde – wenn sie sterben, bleiben Menschen zurück, die mit dem Schmerz und der Sehnsucht leben müssen. Wie sieht sie aus, die Lücke, die ein Mensch hinterlässt?

Beide Herausgeberinnen wissen wie es sich anfühlt, jemanden lebenslang zu vermissen. Petra Schabergers Schwester starb in einem Hospiz, eine gute Freundin verunglückte bei einem Unfall, Ayşe Bosse verlor ihren Vater. Gemeinsam mit der Trauerbegleiterin Christa Lübken wählten sie aus 730 eingereichten Texten die 50 besten aus. Vorausgegangen war ein Schreibwettbewerb auf Blog Q5.

So entstand ein Buch, das nicht nur die vielen Facetten der Trauer zeigt, Bilder schenkt – vielleicht auch Trost – sondern die Leser*innen spüren lässt, dass sie in ihrem Erleben nicht allein sind. Die Anthologie holt betroffene Menschen in ihrer Gefühlswelt ab, scheut weder den Suizid noch den Tod von Kindern. Die kurzen Texte laden dazu ein, ins Gespräch zu kommen – mit sich selbst oder einem Gegenüber.

Das Authentische hinter den Geschichten dringt durch und zeigt, wie vielfältig die Wege sind, mit seinem Schicksal umzugehen. Stumme Wut, lauter Schmerz, Verwandlung. Alles ist möglich. Jede der 50 Geschichten spiegelt sich in einer eigenen Illustration wider, die Barbara Nagel zart und stark zugleich gestaltet hat.
Das Besondere: 60% des Verkaufserlöses spendet der Verlag an Hospizvereine.

Kurzvita
Petra Schaberger ist Mediengestalterin und Autorin. Mit ihrem Mann leitet sie Quintessenz – die Manufaktur für Chroniken. Sie betreut Die Kleine Chronik, den Blog Q5 und Buchprojekte im Q5 Verlag. Auf XING moderiert sie die Gruppe Bestattungskultur. Petra Schaberger lebt mit ihrem Mann in Heppenheim.

Ayşe Bosse ist Autorin, Schauspielerin und Trauerbegleiterin. Unter dem Namen Trauer-Power bietet sie Workshops für Kinder an. Ihr erfolgreiches Kindertrauerbuch „Weil du mir so fehlst“ ist 2016 im Carlsen Verlag erschienen und wurde mittlerweile in mehrere Sprachen übersetzt. Ayşe Bosse lebt mit ihrem Mann und ihrer Tochter in Hamburg.
Quelle Text: Q5 Verlag, Foto: privat

Hrsg. PETRA SCHABERGER, AYŞE BOSSE
DU FEHLST
Geschichten von Leben und Tod

Eine Anthologie mit 50 Geschichten.
Gebundenes Buch mit Illustrationen von Barbara Nagel
208 Seiten, 15,5 x 21,5 cm
ISBN: 978-3-9819857-0-2
€ 19,99 [D] | € 20,60 [A] | CHF 27,90* (* empf. VK-Preis)
Verlag: Q5
Erscheinungstermin: 20. Juli 2018
Titel ist lieferbar.

Zu Besuch im NordSüd Verlag

Kerstin Hau reistEinmal Zürich und zurückNordSüd Verlag
Vergangenen Donnerstag reiste ich nach Zürich, um freitags den NordSüd Verlag zu besuchen. Große Aufregung mit Herzklopfen. Nächstes Jahr erscheint dort mein erstes Bilderbuch, worüber ich sehr glücklich bin. Nach meinem Besuch mehr denn je.
Tolle Menschen, toller Verlag!

NordSüd Verlag
Nach herzlichem Empfang stellte mir Andrea Naasan ihre Kolleg*innen vor, führte mich durch die Räume, wir sprachen über Projekte und sie gewährte mir Einblick in ihren Arbeitsalltag, der gut unter „Projektmanagement mit Plus“ laufen könnte. Stets muss sie Aufwand, Zeit und Umfang im Blick haben. Sie schaut nach vorne, nach hinten und zur Seite hinaus.

Modernes Lektorat
Als Lektorin ist sie gleichzeitig Produktentwicklerin. Sie sucht nach neuen, interessanten Themen, prüft Manuskripte und begutachtet sie, hält nach neuen Talenten Ausschau, beratschlagt über Illustrationen, beobachtet den Markt und die Mitbewerber, bereitet Messen vor, präsentiert Projektideen, diskutiert im Team über Themen, Texte, Bilder, Cover, Titel und viel mehr, arbeitet eng mit „ihren“ Künstler*innen zusammen. Auch die Kontaktpflege mit Literaturagent*innen fällt in ihr Aufgabengebiet.

Zusammen mit ihren Kolleg*innen gestaltet sie das Programm für den internationalen Markt, plant Übersetzungen und sucht entsprechende Sprachexperten. Etwa 80% der deutschsprachigen Titel werden in andere Sprachen übersetzt. Sie erstellt Angebote, entwickelt Marketing- oder Vertriebsideen, kalkuliert und überblickt die Produktion und koordiniert sämtliche Arbeitsschritte bis zum fertigen Buch. Führen, planen, steuern, kommunizieren und Beziehungen pflegen. Anspruchsvoll, vielfältig, spannend. Wow! Ganz wichtig: der Mensch steht im Mittelpunkt – vor allem die Zielgruppe.

Ein Verlag mit Geschichte
Andrew Rushton, stellvertretender Verleger und Geschäftsführer, erzählte von den kosmopolitischen Verlagsgründern Dimitrije und Brigitte Sidjanski. Er, aus Mazedonien geflohen, sie in Zürich geboren und aufgewachsen, zwei Jahre in London tätig, heirateten und emigrierten in die USA. Zurück in der Schweiz gründete das Ehepaar 1961 den NordSüd Verlag. Sie verlegten Bücher, die von Beginn an auf internationale Koproduktionen setzten. Grenzüberschreitend sollten die Geschichten sein und Menschen in der nördlichen wie der südlichen Hemisphäre erreichen.

Wichtig waren und sind die persönlichen Beziehungen zu den Künstler*innen. Dazu gehöre eine transparente Kommunikation, Offenheit und Vertrauen. Bis heute verstehe sich NordSüd als internationaler Verlag und führe das Erbe der Verlagsgründer in der W1-Media Group fort. NordSüd veröffentliche jährlich ungefähr 40 Bücher, davon einige in mehreren Sprachen. Ein wichtiger Markt sei neben dem deutschsprachigen Raum der englischsprachige, der vom Imprint NorthSouth Books Inc. von New York aus betreut wird.

Herwig Bitsche, der NordSüd seit 2011 führt, betonte, dass der Verlag auf langfristige Zusammenarbeit setze und sich seinen Künstler*innen verpflichtet fühle. Von einigen betreue NordSüd das Lebenswerk. Der Verlag schätze transnationale Zusammenarbeit und lege großen Wert auf die Ausstattung der Bücher.

Überall ein Wir
Was ich mitnehme: in meinem Gepäck, ein Märchenbuch, illustriert vom erfolgreichen Schweizer Plakatkünstler Herbert Leupin. Und sonst?
NordSüd macht nichts nach, sondern wagt mutig Neues. Das Programm spiegelt sich im Corporate Behavior wider. Mein Eindruck, dass Taten hier mehr als Worte zählen, hat sich bei meinem dreistündigen Besuch rundherum bestätigt. Attribute, die ich mit NordSüd verbinde: herzlich, offen, mutig, neugierig, gastfreundlich, lebendig, bunt, vielseitig, kommunikativ, wertschätzend.
Ich glaube, das würde den Gründern Sidjanski gefallen.

Zürich, wie ich es gesehen habe:

Leselust wecken!

Gemeinsames Lesen, die kreative Beschäftigung mit Inhalten, das Besprechen der Geschichten – all das trägt dazu bei, dass Kinder Texte verstehen, ihnen Sinn entnehmen, Lesefreude entwickeln, sich ausdrücken können, Medienkompetenz erlangen. Im besten Fall lesen Eltern ihren Kindern von kleinauf vor, bieten Kindertagesstätten und Schulen spannende Lektüren zum Vor- und Selbstlesen an.

Auch professionelle Literaturvermittler*innen begeistern fürs geschriebene Wort. Sie nutzen alle zum Lesen anregenden Medien sowie Methoden der Kunst-, Musik-, Spiel- und Theaterpädagogik. Mit attraktiven Angeboten motivieren sie Kinder und Jugendliche, die wundervolle Welt der Bücher zu entdecken.

Der Bundesverband Leseförderung e.V. entwickelte dafür die Weiterbildung Lese- und Literaturpädagogik, die seit 2012 von anerkannten Institutionen angeboten wird. Die zweijährige Weiterbildung ermöglicht eine Qualifizierung und Professionalisierung für Personen, die in der Leseförderung tätig werden wollen oder es bereits sind.

Screenshot Textpiraten Stefanie BoorEine von ihnen ist Stefanie Boor aus Köln. Auf www.textpiraten.de informiert die freiberufliche Lese- und Literaturpädagogin über ihre Angebote rund um eine aufregende Literaturvermittlung. Ihr Schwerpunkt liegt auf mehrsprachigen Kindern sowie internationalen Schulen in Deutschland, vor allem französischen Einrichtungen.

Screenshot vom 24.06.2018: www.textpiraten.de

Die ehemalige PR-Fachfrau begeistert junge Menschen fürs Lesen, für Bücher und Geschichten. Sie besucht Kindergärten oder Schulklassen, veranstaltet Workshops und gibt ihr Fachwissen weiter. Dabei geht es nicht nur um reine Leseförderung, sondern auch um Schreib-, Sprach- und Erzählkompetenzen, Meinungsbildung, Empathie und Toleranz.

Mit ihrer eigenen Begeisterung für spannende, aktuelle Kinder- und Jugendliteratur steckt sie Kinder, Jugendliche und Erwachsene gleichermaßen an. Denn für die Textpiratin Boor bedeutet moderne Literaturpädagogik das Erleben von starken Büchern, mit denen Kinder und Jugendliche wachsen und ihre Persönlichkeit entwickeln können.

Literaturvermittlung heißt für mich vordergründig kleine und große Menschen für Bücher zu begeistern. Neben dem Genussaspekt stellt eine solide Lesekompetenz, gemeint ist sinnentnehmendes Lesen, zudem eine wichtige Säule zur selbständigen Teilhabe der Menschen in einer funktionierenden, demokratischen Gesellschaft dar. Heute mehr denn je.
Stefanie Boor. Lese- und Literaturpädagogin. www.textpiraten.de

Auch Angebote für Multiplikator*innen und Verlage finden sich im Portfolio der Literaturpädagogin und runden ihr Profil ab. Erzieher*innen, Lehrer*innen, Mitarbeiter*innen von Ganztagseinrichtungen, Tageseltern, Lesepat*innen, Buchhändler*innen, Bibliothekar*innen oder jungen Eltern bietet sie eine Fülle an Ideen, vermittelt vielfältige Methoden im Bereich Literacy – mit vielen praktischen Elementen zum Ausprobieren.

Als Jurorin unterstützt die engagierte Literaturwissenschaftlerin den Verein boys & books e.V., der die Leseförderung von Jungen in den Mittelpunkt stellt und sich als Förderverein der Webseite des Lehrstuhls von Prof. Dr. Christine Garbe für Lese- und Mediensozialisation der Universität zu Köln versteht.

Nichts verpassen: Stefanie Boor mit den Textpiraten auf Facebook.

Gepostet von Textpiraten am Freitag, 13. Juli 2018


Und jetzt?
Ran ans nächste Buch!