Pferde waren meine erste große Liebe.
Schon als kleines Kind wollte ich jedes Pony oder Pferd streicheln. Ich wollte Ritterin sein, kein Burgfräulein.

Anders als meine Mutter hatte ich keine Angst vor diesen Tieren. Im Gegenteil. Sie besaßen große Anziehungskraft und mein Vertrauen. Glücklicherweise hatte ich eine Großmutter, die beherzt Zügel in die Hand nahm und Ponys mit Namen wie „Prinz“ oder „Sultan“ durch den Wald führte, mit mir auf deren Rücken.

Im Laufe der Jahre stellten meine Eltern fest: Ihre Hoffnung, dass sich meine Pferdebegeisterung legen könnte, würde sich nicht erfüllen. Ich wollte nicht nur Pferdegeschichten lesen, sondern eigene Pferdeabenteuer erleben!

Meine Beharrlichkeit zahlte sich aus. Mit zwölf Jahren durfte ich die lang ersehnten Reitstunden nehmen. Mein Traum wurde wahr.

Bis heute beruhigt mich die Nähe von Pferden, der Geruch eines Reitstalls. Bis heute ist dieser Geruch mit einem Glücks- und Wohlgefühl verbunden, das meinen inneren Lichtschalter anknipst.

Was habe ich durch die Pferde gelernt?
Kooperation, Respekt, Vertrauen, Verantwortung, Mut, Selbstbewusstsein, Spürsinn, Führung, Fürsorge, Nähe, Gemeinschaft und vieles mehr.
Die Reitlehrer und Reitlehrerinnen waren streng, nicht immer nett, haben mal gebrüllt und uns Kinder mit Ungeduld und Bloßstellung gestraft. Das war nicht schön. Ich habe früh gelernt, diese Stimmung nicht auf mich zu beziehen, Kritik als etwas Gutes anzunehmen.

Vielleicht die wichtigste Lektion: Runterfallen, aufstehen, Dreck und Schmerz abschütteln, Tränen zulassen und abwischen, wieder aufsteigen, weitermachen.

Irgendwann würde ein Pony oder Pferd eine Hauptrolle in einer meiner Geschichten spielen, verbunden mit dem Erlernen neuer Fähigkeiten. Klar, oder? In „Arabella will Trompete spielen“ geht es genau darum.

Umso mehr freue ich mich, dass „Arabella“ auch in der Mongolei kräftig trompetet. Die beiden Lizenzexemplare lassen mein Herz höher schlagen.
Wenn das nicht ein Grund wäre, die Mongolei und ihre Pferde zu besuchen … Mal schauen …

Vielen Dank an den Verlag Bolor Sudar Kids, Ulaanbaatar, an das fantastische Carlsen Lizenz-Team und die Illustratorin Pe Grigo!
Die Belege sind eingetroffen und ich feiere sie sehr!